Was ist eine ÖNORM?

Eine Persone zeigt mit der Rechten Hand und einem Stift etwas auf einem Plan

ÖNORMEN sind fachliche Empfehlungen zur Einhaltung eines konkreten Verhaltens. Sie dienen der Festlegung, Stützung und Erweiterung von Rahmenbedingungen im Bereich der Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt. Daher tragen sie zur Einhaltung eines hohen Qualitätsstandards bei und ähneln Gesetzen und Verordnungen. Die Unterwerfung unter ÖNORMEN erfolgt allerdings freiwillig. Erst wenn sie durch Gesetz für verbindlich erklärt werden, müssen sie eingehalten werden.

Wie werden ÖNORMEN geschaffen?

Viele ÖNORMEN haben ihren Ursprung in Europäischen Normen, die vom Europäischen Komitee für Normierung (CEN) mit Sitz in Brüssel herausgegeben werden. Neben dem CEN gibt es auch andere Normenkomitees wie z.B.: Komitee für elektrotechnische Normung (CENELEC). Diese Normen sind (wie europäische Richtlinien) verpflichtend in das nationale Normenwerk zu übernehmen. Die nationale Norm heißt dann ÖNORM. Die Herausgabe von diesen ÖNORMEN fällt exklusiv in den Aufgabenbereich des Austrian Standards Institute.

Die Einleitung eines nationalen Normenverfahrens kann nicht nur durch den Beschluss einer europäischen Norm erfolgen, sondern ist ebenso mittels Einbringung eines Vorschlags durch interessierte Personenkreise möglich. Ein solcher Vorschlag ist dann vom Österreichischen Normungsinstitut zu prüfen, wobei unter anderem folgende Kriterien erfolgsentscheidend sind:

• Bedeutung und Bedarf einer solchen Norm für einen hinreichend großen Interessen-tenkreis
• Widerspruch zu bestehenden Gesetzen, ÖNORMEN usw.
• Bestehen von vergleichbaren ausländischen Normen
• Fundierung der Vorschläge durch Forschungsergebnisse

Übersteht der Vorschlag die „erste Phase“ ist er der Öffentlichkeit vier Wochen zur Abgabe von Stellungnahmen und zur Erhebung etwaiger Einsprüche zur Verfügung zu stellen. Das Verfahren ist daher deutlich vom Öffentlichkeitsprinzip gekennzeichnet. Formulare zur Einbringung eines Normenvorschlags oder derzeitige Projektanträge sind auf der Webseite Austrian Standards abrufbar.

Beispiele für ÖNORMEN:

ÖNORMEN lassen sich ständig im Alltag wiederfinden: Von der Normierung bezüglich der Allgemeinen Vertragsbestimmungen für Bauleistungen (ÖNORM B 2110), dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖNORM V 5900), weiter zur Bestimmung der Härte von Butter (ÖNORM DIN 10331) bis hin zur Qualität anderer Lebensmittel wie z.B. Kaffee (ÖNORM EN 14132). Die Normierung erfasst viele Bereiche unseres täglichen Lebens.

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