Dr. Google – wer kennt und nutzt ihn nicht. Ob er ein guter Anwalt ist, lesen Sie hier!

Dr. Google

Sowohl Juristen als auch Nicht-Juristen sind nahezu täglich mit rechtlichen Themen befasst. In der Regel ist das Nicht-Juristen nicht bewusst. Wer denkt schon daran, dass im Supermarkt Verträge abgeschlossen und erfüllt werden.

Treten bei rechtlichen Themen Probleme auf, wird meist versucht sie selbst zu lösen. Der Weg zum Anwalt erscheint nicht unbedingt notwendig oder zu teuer. Die aufgetretenen Fragen werden in Internetsuchmaschinen eingegeben. Dies in der Hoffnung die benötigte Antwort zu finden. Da Google die am häufigsten verwendete Suchmaschine ist, nennen wir diesen „Berater“ in diesem Beitrag Dr. Google.

Das Gute an Dr. Google ist, dass er auf sehr viele – auch rechtliche – Fragen eine Antwort hat. Man kann zu jeder Tages- und Nachtzeit an 365 Tagen im Jahr Antworten auf dringende Fragen finden. Sehr oft sind die Antworten von Dr. Google auch korrekt. Auf viele rechtliche Fragen sind in Google und anderen Suchmaschinen aber keine Antworten zu finden. Das große Problem liegt nicht darin keine Antwort zu finden. Problematisch ist die Tatsache, dass die gefundene Antwort sehr oft unbemerkt unrichtig ist, vielleicht nicht zur Frage passt (was von einem Laien nicht bemerkt werden kann) oder veraltet ist. Und nun ein paar Beispiele:

Unrichtige Antwort

In Foren werden oft rechtliche Fragen diskutiert. Wenn eine fundierte Antwort von Rechtsanwälten oder sonstigen Juristen kommt, dann sie eine wichtig Hilfe sein. Natürlich diskutieren aber auch Laien mit und geben Antworten. Die Gefahr ist, dass sie vielleicht selbst recherchiert und etwas falsch verstanden haben. Besonders heimtückisch sind unrichtige rechtliche Glaubenssätze die von einem zum anderen weitergegeben werden. Wie zum Beispiel das Gerücht, dass ein Gläubiger den Schuldner erst nach dreimaligem Mahnen klagen darf. Das ist unrichtig. Passen Sie also auf, von wem Sie Antworten auf Ihre rechtlichen Fragen bekommen und hinterfragen Sie die Richtigkeit.

Die Antwort passt nicht zur Frage

Recht ist sehr territorial. Was in Österreich gilt, muss nicht auch in Deutschland oder der Schweiz gelten. Sucht man Antworten im Internet, wird man oft auf deutschen oder schweizerischen Seiten fündig. Da die Seiten auch in deutscher Sprache verfasst sind, fällt dies teilweise nicht auf. So kann es passieren, dass man auf ein Problem – das nach österreichischem Recht zu beurteilen ist – eine Antwort findet, die nach deutschem Recht, aber nicht nach dem österreichischen Recht richtig ist. Die Antwort ist also nicht zur Frage passend.

Veraltete Antwort

Recht ist teilweise sehr raschen Wandlungen unterworfen. Was heute gilt, ist in drei Wochen unter Umständen nicht mehr richtig (etwa weil es zu einer Gesetzesänderung gekommen ist). Das ist für den juristischen Laien, der rasch nach einer Antwort sucht, zum Teil nicht ersichtlich. Die gefundene Antwort entpuppt sich in diesem Fall später als veraltet und damit unrichtig.

Fazit – Dr. Google als rechtlicher Berater

Einige juristische Fragen lassen sich durch eine Recherche im Internet – wie wir es hier nennen, durch Dr. Google – beantworten. Auf viele Fragen werden aber keine Antworten gefunden. Was wesentlich wichtiger ist: Gefundene Antworten sind sehr oft auf den zu klärenden Fall nicht anwendbar und können daher zu ernsthaften rechtlichen und wirtschaftlichen Problemen führen. Bei der Internetrecherche ist daher mit Bedacht vorzugehen.

Die TELOS Law Group empfiehlt: Lassen Sie sich lieber professionell beraten, als auf eigene Rechercheergebnisse zu vertrauen.

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